18.12.2021, 16:42   #1
Film und Dunkelkammer

Hallo Freunde des Silberbildes!

 

Wer belichtet hier noch auf Film und printet die Aufnahmen eventuell auch noch in der eigenen Dunkelkammer auf Papier?

Ist eventuell sogar an einen Austausch zu diesen Themen interessiert?


Gruß

Andreas

27.12.2021, 13:47   #2
Hallo Andreas!
Das habe ich viele Jahre gemacht, auch heute benutze ich (eher aus romantischen Gründen) noch meine geliebte Nikon FA, ausschließlich mit Ilford XP2 S/W-Film (der aber mit Silber nichts zu tun hat, weil technisch eigentlich ein Farbfilm). Aber ich lasse dann die Bilder scannen und meine Dunkelkammer heißt heute Lightroom.
Trotzdem interessiert es mich und vielleicht kann ich das eine oder andere aus alter zeit beitragen.
LG, Andreas
29.12.2021, 06:18   #3
@Andreas Schäfer

 Hallo Andreas
Prima! Na ich bin von LR wieder zuück. Also aufgegeben habe ich das ja nie. 😉

Gruß
Andreas

02.01.2022, 13:20   #4

Hobbyfotograf

Da ich ebenfalls ein Analogfan bin, hoffe ich auf weitere Mitstreiter.

Dabei zähle ich mich jedoch nicht zu den „ewig Gestrigen“ welche in der analogen Welt gefangen sind. Es macht vielmehr Freude, Panoramaaufnahmen mittels einfacher Pinholekameras auf Film zu bannen oder ein 13x18 Negativ über eine Cyanotypie auf Büttenpapier zu bringen.   

Gruß Leo

02.01.2022, 13:40   #5

Hobbyfotograf

Manchmal bereue ich das ich damas mein "SW-Labor" verkauft habe. Gerade am Anfang als die Digi - Cam teuer und eher schlecht waren.

Ich habe auch schon häufiger mit dem Gedanken meine alte Olympus mal wieder aus dem Schrank zu holen.

Ich finde es toll, wenn ihr hier noch diese Art von analogen Bilder zeigt.

02.01.2022, 14:43   #6
"ewig Gestrigen"

Das durfte ich hier schon hören. 😉 Und das wo ich schon sehr früh mit einer digitalen arbeiten durfte. 1f60f
02.01.2022, 16:23   #7
@Dirk Peschen ich denke dass mal die Jüngeren der Fotografen hier, die bei einem -shooting- mal kurz 1000 mal auslösen , sich eine analoge 6mal6 Kamera besorgen, einen Rollfilm einlegen, nur 12 Aufnahmen haben , ein Projekt fotografieren , den Film selber entwickeln, warten bis er trocken ist, Kontaktabzüge davon in der Dunkelkammer machen und dann die Negative entwickeln, warten bis diese Paierabzüge trocknen. So wie ich es 35 Jahre lang machte. Ich denke dass dann bewusster fotografiert wird .Ansonsten bin ich froh das nicht mehr machen zu müssen um ein Ergebniss zu bekommen , aber die Erinnerung daran will ich nicht missen .

 

02.01.2022, 19:56   #8
@Dirk Peschen

 
Hallo Dirk,
mach doch mal was modernes. SW ist doch völlig ausgelutscht. Farbe ist doch topmodern.
Übrigens schon seit 90 Jahren.

😉

Gruß
Andreas


02.01.2022, 20:07   #9
@Günter Rudi Herzel

 
Hallo Günter

Ich denke nicht, dass das unbedingt notwenig ist und etwas bringt. Oftmals fehlt es ja schon an den grundlegenden Dingen der Photographie. Die Elektronik macht ja alles. Halt blöd wenn der Akku leer ist aber ich mit einer alten Canon EF immer noch nen Film belichten kann. Die digitale Dunkelkammer hat schon ihre Vorteile. Wenn ich mich einen halben Tag bei Rotlicht einschließe ist das nett und macht mir einen Heiden Spaß. Müsste ich abliefern wäre der Weg zu lang. Jeder möchte ja sofort sein Produkt haben. Ausbelichtet/ausgedruckt wird doch kaum noch. Wenn dann reicht ja auch der Abzug vom Supermarkt. Ich printe auch nicht alle Aufnahmen die ich auf Film bringe. Wenn ich mir vorstelle das jedes digitale Bild, welches ja quasi wie von einem Maschinengewehr geschossen wird, ausbelichtet/gedruckt wird sollte ich dringend Aktien von Papier-/ bzw Druckerpatronenherstellern kaufen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist das eigenen Labor ein Hobby. Das wird auch lange noch so bleiben. Selbst alte Edeldruckverfahren werden ja immer noch praktiziert. Aber ich gebe Dir natürlich recht. Was durch die digitalen Möglichkeiten verloren geht ist der bewusste Umgang mit dem Medium. Es ist ja schon möglich den Fokus im Nachhinein zu ändern. Warten wir noch auf die Motivklingel.

Gruß
Andreas

03.01.2022, 01:03   #10
@Andreas Friedrichs

 wie ich schon erwähnte, meit Wehmut blicke ich der analogen hinterher, aber man sollte das auch mal aus Umweltbewussten Gründen bedenken, wieviel Hektoliter Chemikalien müssen nun nicht mehr entsorgt werden ,oder werden heimlich ins Klo geschüttet, wieviel Papier wird eingepart, seit der digitalen Zeit betrachte ich meine Bilder auf dem Tablet oder im Hp, nur die besten Fotos lasse ich in Qualität ausdrucken, da ich auch Maler bin , betrachte ich Fotos als Bilder, diese unglaublichen Möglichkeiten nun meine digitalen Bilder nach meine kreativen Vorstellungen zu bearbeiten, das spricht für das digitale Fotografieren.

03.01.2022, 06:36   #11

@Günter Rudi Herzel
Hallo Günter

Der Umweltaspekt wäre natürlich interessant. Insbesondere die Gegenüberstellung. Da hat sich ja auch mittlerweile einiges getan was die Chemikalien anbelangt. Das Fixierbad ist natürlich ein Problem durch das Bildsilber. Aber ich gehe nicht davon aus, das das einer einfach ins Klo kippt. Wird ja auch keiner sein Altöl vom Auto einfach im Wald entsorgen.
Das mit dem Papier ist so eine Sache. In meiner Lehre hat ein Berufsschullehrer so schön gesagt: "Und wenn Sie im Berufsleben stehen haben wir dank moderner EDV das papierlose Büro."
Na entweder stehe ich 10 Jahre vor meiner Pensionierung noch nicht voll im Berufsleben oder irgendwas ist falsch gelaufen.
Ja die Möglichkeiten der digitalen Photographie sind schon sensationell. Für mich ergänzen sich auch eher beide Verfahren ums ans Bild zu kommen. Wobei mir der Workflow des analogen Negativs bis zum Print besser gefällt. Mag aber auch daran liegen, dass ich beruflich viel Zeit vor einem PC verbringe.

Gruß
Andreas

 

03.01.2022, 08:51   #12

Hobbyfotograf

@Andreas Friedrichs
Hallo Andreas,
stimmt, die Info habe ich gestern auch bekommen. Ich verspreche, ich gebe mir Mühe auf den Stand der Technik zu kommen.
1f609

VG Dirk

 

04.01.2022, 22:39   #13
Hallo Andreas,
ich war schon lange nicht mehr hier im Photoclub und fand nun gerade beim rumstöbern Deinen Beitrag. Ich selber fotografiere sowohl mit Film als auch mit Sensor. Analog ist injedem Fall beides, denn die Kameras sind nunmal analog. Nur die Aufnahmetechnik, sprich Lichtspeicherung unterscheidet sich. Persönlich arbeite ich bei der Filmfotografie hybrid, also im Augenblick keine Ausbelichtungen in der Duka, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder im dunklen Raum stehe. Ich freunde mich nämlich gerade mit einer alten Plaubel 18x13cm Fachkamera an. Dafür muß ich mir aber noch einiges an Wissen aneignen. Ansonsten greife ich immer gern in meinen Schrank und nehme mir je nach Stimmung eine Mittelformat- oder Kleinbildkamera und wandere durch die Gegend.
Jedenfalls wäre ich an einem Austausch interessiert.

Gruß Stefan
05.01.2022, 01:19   #14
@Stefan Greitzke

 kann ich verstehen und nachvollziehen, habe alle meine analogen Kameras verkauft damit ich sie nicht dauernd in die Hände nehme , mir nicht mehr vornehmen muss was damit zu machen und es dann doch nicht mache. Auch ich träume von einer Grossformatkamera, 18-24 und grösser, nur ein Foto die Woche und das absolut bewusst. Ich denke die Sehnsucht nach analoger Fotografie hat etwas mit diesem immer schneller werdenden Leben zu tun, auch in der digitalen Fotografie mit den perfekten Kameras die alles können, technisch gesehen, einigen ist das zuviel, sie sehnen sich nach bewussten Fotografieren und denken das geht nur mit einer Analogen. Es geht auch mit einer Digitalen, man sollte nur an sich daran arbeiten , es zu wollen.

11.01.2022, 22:23   #15
Geht mir auch so. In der analogen Zeit war alles entschleunigt, weniger Bilder wegen teuer Film macht sorgfältiger überlegen und "komponieren", kostet ja auch. Labor im Keller aufbauen, am Vergrößerer rummuddeln, Belichtung checken, Testprint, abwedeln und nachbelichten, da ist der ganze Abend draufgegangen und ich hatte vielleicht 2-3 Bilder entwickelt (habe nur 30x40 gemacht). Wobei ich heute in Lightroom auch schonmal einen ganzen Abend an wenigen Bildern sitze, die Ergebnisse kann man nur nicht vergleichen.
Dann erster digitaler Urlaub mit Motorrad in Norwegen, Canon G7 und 5D, mit etwa 5000 Bildern nach Hause gekommen und massiv überfordert mit der Datenflut. Glücklicherweise ist meine Platte abgeraucht und ich hatte kein Backup, irgendwie schade, irgendwie erleichternd.
Mittlerweile fotografiere ich digital im Analogmodus, komme selbst aus einem 3wöchigen Urlaub mit maximal 500 Bildern wieder, die ich systematisch in den nächsten zwei Wochen radikal auf die Hälfte reduziere, und da sind die Knipsbilder schon mit drin. Mache RAW und JPG (mit 21MP) paralell, die JPGs sind dann für die Erinnerung und es bleiben deutlich weniger RAWs für die Weiterverarbeitung übrig (von denen ich dann aber auch nur wenige bearbeite. Wie früher halt, max. 10 Filme mit in Urlaub und vielleicht noch 1-2 nachgekauft.
Gelegentlich mache ich nochmal einen Ilford XP-2 mit meiner alten Nikon FA, aber ich lasse die Bilder scannen. Auf Labor und Chemie habe ich nicht mehr so viel Lust, aber ich erinnere mich gerne zurück.
Aber das Bild in der Hand ist trotzdem das A und O, die wohl beste Anschaffung in den letzten Jahre war nicht meine A1 (so sehr ich sie auch liebe), sondern mein Canon Pro-100 A3+ Drucker, der hat mich wieder näher dahin gebracht, auf den Print hin zu fotografieren, und irgendwie ist ein Bild erst wirklich ein Bild, wenn man es groß gesprintet (oder vergrößert) in der Hand hält, dann weiß ich wieder, worum es eigentlich geht.

Und auch wenn ich vieles, was ich in der analogen Zeit gelernt habe, heute nicht mehr brauche, wäre ich heute für mich fotografisch woanders, wenn ich das nicht gelernt hätte. Es bleibt doch ein anderes Verständnis und man hat sich auch viel mit Komposition beschäftigt, Fotobücher gelesen und Ausstellungen besucht (leider gibts nicht mehr so viele Fotoausstellungen). Und es freut mich zu sehen, dass einige sehr gute junge Fotografen (z.B. Thomas Heaton, ein Landschaftsfotograf der auch bei YouTube zu finden ist) die schon digital angefangen haben, plötzlich wieder mit einer analogen Hasselblad durch die Gegend ziehen und eben genau den Charme (nicht zu wissen, was hinterher dabei rauskommt) wieder für sich nutzen und analog entschleunigen.
12.01.2022, 01:05   #16
@Andreas Schäfe  kann das nachvollziehen, geht mir ähnlich, aber es liegt an einem selber wie man mit der digitalen Kamera umgeht, bei mir ist immer noch bei jedem Auslösen im Kopf dass ein Bild Geld kostet, ein oder zwei Aufnahmen von einem Objekt mache und keine 50 .
Habe seit Jahren zwei Fuji XE1 mit dem 27mm 2,8 und Altgläser drauf, für den Alltag, denn ich gehe nie ohne Kamera vors Tor. Die XE1 ist nicht schnell , das ist gut so. Ich kam mit der Fotografie um 2000 herum an meine Grenzen, muss dazu sagen dass ich seit 1967 selber entwickelte , wieviel Nächte in der Dunkelkammer , ich vermisse sie nicht.Es kommt mir auf das Bild an und nicht wie es entstand. Früher machte ich Ausstellungen , Malerei und Fotografie , welcher Aufwand für etwas Schulterklopfen, heute bin ich in diversen Foren , Instagram(naja) ArLimeted, bei FB , es kommt mir nicht auf die Likes an, sondern auf den Austausch, den ich hier wo ich lebe leider nicht habe.

 

17.01.2022, 20:37   #17
@Günter Rudi Herzel

 
Das ist glaube ich in Vergessenheit geraten. Jede Aufnahme kostet Geld.

17.01.2022, 20:56   #18
@Günter Rudi Hertel
Ich beziehe mich Mal auf Deine Aussage, dass es Dir egal ist, wie ein Bild entsteht. Ich denke, dass die Fotografie ein ganzheitlicher, kreativer Prozess ist, bei dem die Art und Weise, wie ein Bild entsteht, unglaublich wichtig ist und in den meisten Fällen erkennbar ist. Das Medium ist vielleicht nicht so wichtig, aber es trägt zumindest zum ästhetischen Erscheinungsbild eines Fotos nicht unwesentlich bei.

Gruß Stefan
18.01.2022, 01:19   #19
@Stefan Greitzke als das mit der digitalen Foto anfing war ich sehr skeptisch, einmal weil ich es nicht verstand, andererseits wollte ich die analoge Fotografie bewahren, damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Bis mich meine Frau davon überzeugte doch mal es digital zu versuchen, Es war ein kleiner Kasten,eine Fuji mit 3,6 Mb, vorne ein kleines Objektiv , hinten ein winziger Monitor,wo ich gleich das Bild anschauen konnte, ich war begeistert und die Nikon blieb traurig zu Hause. Dann bekam ich von einem Freund einen Labtop geschenkt, mit 16 Mb Speicherplatz, brachte mir bei wie ich die Fotos verändern konnte, es war um mich geschehen. Das was mich noch reizen könnte, wäre eine richtige Grossbildkamera 18-24 und grösser, ein Negativ , das dann direkt aufs Papier belichtenund entwickeln.

 

18.01.2022, 22:38   #20
@Günter Rudi Herzel

Das hätte sicher eine Hammer Qualität als Kontaktabzug im Format 18x24!
Aber ehrlich, unter 30x40 geht für mich nicht, drucke im Augenblick in A3+ (33x48) und träume vom Canon Pro-1000, der macht bis A2, das würde mir reichen. Ich finde, ein Bild wirkt erst richtig, wenn es ausreichend groß ist.