Waldrettung
Reheschießen gegen das Waldsterben
Man diskutiert über eine Waldrettung vor Verbiss, müssen Rehe deshalb sterben? Klimawandel und Verbiss sollen die Ursache sein. Rund 12.000 Hektar sind alleine im Frankenwald zuletzt auf bayerischer Seite abgestorben, sagt Ralf Straußberger, Waldexperte beim Bund Naturschutz in Bayern (BN). Er hält Jagddruck für eine Lösung, um Tiere in weniger gefährdete Waldgebiete zu drängen. Ich als außenstehender Laie sehe das völlig anders. Was ist Eure Meinung dazu?
Imho muß man das differenzierter sehen:
1. geht es hier nicht um Wald, sondern um Forst, also Nadelholzplantagen etc. Im NP Bayerischer Wald hat man das absterben lassen, großes Fressen für Käferchen inclusive. Ist inzwischen ein schöner, gesunder Wald nachgewachsen......
2. Wo der Mensch aktiv eingreift, geht es mit der Natur immer den Bach runter. Überlaßt das Problem Rehe mal den Wölfen und Luchsen, füttert im Winter nicht zu etc etc - dann regelt sich das von ganz allein LG Ulf
Fakt ist aber auch, daß Reh- und Rotwild über Jahrzehnte für die Jagd gepäppelt wurde, und nun eine Überpopulation besteht - auch durch das Fehlen der Beutegreifer.
Vorsichtig ausgedrückt; zu viele Menschen in dem flächenmäßig kleinen Deutschland nehmen dem Wild den ursprünglichen Lebensraum. Lt. Zensus 2024 sind es 82,7 Mio. Gesamtbevölkerung.
Da beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz.
Ob man da nun Rehe nimmt, oder Wildschweine oder was auch immer, für irgendwer sind es Schädlinge!
Seit der Industrialisierung haben wir 83% der Biomasse an Wildtieren verloren, wir haben Tiere ausgerottet, und die die übrig sind sind Schädlinge.
Wie hier beschrieben die Rehe, und ja, Rehe sind keine reinen Waldbewohner, werden aber durch die intensive Bejagung, von Hobbyjägern (über 400.000 in Deutschland) intensiver Landwirtschaft in die Wälder (Plantagen) verbannt und dann sind es Schädlinge.
Der Mensch hat keinen Bezug mehr zur Natur.
Und was die fehlenden Beutegreifer angeht, sie sind zurück, aber nicht erwünscht weil es dann den über 400.000 Hobbyjägern an die Trophäen geht, und erst jetzt hat das EU-Parlament die Berner Convention dazu gebracht den Wolf als Beutegreifer von streng geschützt auf geschützt zurück zu stufen, und die FFH Richtlinien wurden in Deutschland auch geändert.
Damit meinen nun die Jäger, die den Wolf eh schon illegal bejagen, das nun offiziell tun zu können.
Was ich damit sagen will, wir Menschen gehen mit der Natur um, als hätten wir einen Planeten B, aber das haben wir nicht. Ob nun Rehe, Wildschweine, Füchse oder der Wolf, alle gehören sie zum Ökosystem, das richtig am trudeln ist weil der Mensch überall meint er müsste eingreifen. In SEINEN Wald, in SEINE Äcker oder was auch immer.
Meiner Meinung nach geht das alles zu weit, und wenn ich Videos aus einer Wildkamera sehe, wie ein Rehbock mit zerschossenen Unterkiefer an einem Wasserloch versucht zu trinken, dann laufen die Tränen, und das ist nur ein Beispiel von vielen.
Ja, ich bin Tierschützer, und nein ich bin nicht militant, und nein ich bin kein Veganer...
Ich finde einfach nur den Umgang mit anderen Lebewesen und diesem Planeten zum kotzen.
Biodiversität, Respekt vor der Natur und mehr MIT der Natur leben, als gegen sie, wäre ein lösungs- und zielführender Ansatz. Das muss man aber auch wollen und möglichst bald damit beginnen. Alles hängt zusammen, harmoniert nur im Gleichgewicht, welches wir Menschen leider nachteilig beeinflusst haben und es mehr oder weniger unbeirrt weiter tun - die Gründe kennt ihr alle. Mir scheint vergessen gegangen zu sein, wir Menschen sind ein Teil der Natur und stehen nicht über ihr.
Vezeiht mir bitte das etwas weitere Ausholen, denn ich wollte die Ursachen ansprechen und nicht nur die Symptome, deren Bekämpfung doch nur wieder weitere Probleme generieren usw.. und so fort...
"wir Menschen sind ein Teil der Natur und stehen nicht über ihr" - Ja, so ist das! Leider wollen das einige nicht wahrhaben.....
Nachtrag: Nicht die Jägerschaft ist das Problem, sondern die Politik!
@Klaus
Klar werden wir manipuliert, von der Politik, von der Industrie, von der Werbung und schlußendlich von uns selbst.
Klar, wäre die Jägerschaft kein Problem, wenn sich die Politik für eine intakte Lebensgrundlage entscheiden würde, aber das tut sie nicht, mit der neuen Regierung machen wir sogar Rückschritte. Es gibt die Berner Konvention, die FFH Richtlinien, die Natura2000, die Biodiversitätsstrategie 2030 und und und, nur was ist es wert wenn sich keiner dran hält?
Was ist es Wert wenn solche Abkommen, kurzerhand geändert werden, weil es einem nicht in Kram passt? Nicht das Papier auf denen sie geschrieben wurden.
Und jeder Einzelne ist der Meinung:" Was kann ich schon machen?" Ich hab es oben schon geschrieben, wir sind über 83 Millionen Einwohner in Deutschland, und wenn nur 10% davon... was wollen die paar Leute im Bundestag anrichten?
Ich rede jetzt nicht von einer Revolution, doch irgendwie schon, gewaltfrei versteht sich... wir haben die Macht und nutzen sie nicht, solange es noch bequem ist...
@Katja Ich teile weitgehend Deine Meinung, aber eine gewaltfreie Revolution wird es in Deutschland nicht geben, zum einen, weil schon Pläne für solchen Ernstfall vorliegen, zum anderen, weil EU-Recht über deutschem Recht steht. Was die Bequemlichkeit der Bürger angeht, gebe ich Dir wieder recht, aber das könnte sich sehr schnell ändern (z.B. Strom-Blackout), dann gibt es ein unsanftes Erwachen aus dieser Bequemlichkeit. Ob wir, das Volk, die Wähler, wirklich die Macht dazu hätten, die Politik im Land zu ändern, das wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Aber das war ja eigentlich nicht das Thema, ich habe übrigens in meiner Region seit Monaten kein Reh- oder Rotwild mehr gesehen. Jedoch bin ich auch immer zu ungünstigen Zeiten unterwegs, aber zum Glück gibt es dafür noch die Vogelwelt.
Gruß Klaus