Bad Staffelstein – Wallfahrtskirche und Basilika Vierzehnheiligen
Eine der wohl bedeutendsten barocken Wallfahrtskirchen in Deutschland ist die Basilika Vierzehnheiligen im oberfränkischen Bad Staffelstein.
1743 beginnt der Bau der Kirche, der aber erst 1772 abgeschlossen ist.
Verwirrend und auch kompliziert ist auch die Planungsgeschichte, bis es dann endlich mit dem Bauen losgehen kann.
Grundlage der Wallfahrt liegt im Mittelalter, denn 1445 sieht der Klosterschäfer (Kloster Langheim) ein weinendes Kind auf dem Acker, das aber verschwindet, als er sich ihm nähert. Dieses Kind erscheint dem Schäfer drei mal, und am 2. Juli 1446 werden er und eine Frau Zeugin, wie an dieser Stelle zwei brennende Kerzen vom Himmel herabfahren. Kurze Zeit darauf, ereignet sich an genau der selben Stelle eine Wunderheilung. Die Wunderheilung wird nun vom nahen Kloster Langheim (dieses Kloster existiert nicht mehr) anerkannt. Schnell kommt eine Wallfahrt in Schwung, eine erste Kirche wird errichtet. Eine Wallfahrt bedeutet Geldeinnahmen, und um diese Einnahmen entbrennt wie so oft ein Streit. Gestritten haben sich das Kloster Langheim und Staffelstein, welches die zuständige Pfarre gewesen ist. Ein Schiedsgericht entscheidet, dass die Kirche und die Opfergaben in Langheim verbleiben sollen, aber ein drittel der Einnahmen dem Bischof von Bamberg abgeführt werden müssen. Dafür muss der Bischof aber anteilig bei Baumaßnahmen die Kosten übernehmen, sofern er die Pläne kennt und einverstanden ist, sprich, ohne Zustimmung des Bischofs kann nicht gebaut werden.
1693 verlangt der Bamberger Bischof vom Kloster Langheim das zustehende Drittel der Wallfahrtseinnahmen. Der Abt kontert, in dem er den Bischof daran erinnert, dass das Bistum seine anteilmäßigen Baupflichten schon lange nicht mehr nachkommt, und er legt dem Bischof ein Gutachten über die Notwendigkeit eines Neubaus vor. Der Streit verläuft im Sande, dass das Bistum zahlen soll, damit hat nicht gerechnet.
Das Planungsverwirrspiel beginnt. Protagonisten sind der Abt von Langheim Stephan Mösinger und Bischof Friedrich Carl von Schönborn. Diese verhandeln nun erst mal wer zahlt was. Der Bischof erreicht, dass das Kloster Langheim alleine die Kosten trägt, dafür werden aber die Wallfahrtsabgaben reduziert. Die Baupläne aber müssen aber weiterhin vom Bischof abgezeichnet werden.
Der Abt will, da seine Abtei ja nun die Kosten tragen muss, diese so klein halten wie möglich. Er beauftragt den Weimarer Hofbaumeister Gottfried Heinrich Krohne mit der Neuplanung. Krohne selbst Protestant hat für eine ländlich geprägten Wallfahrt kein Verständnis. Das spiegelt sich in seiner Planung wieder. Der Bischof lehnt die Pläne Krohnes ab. Die Pläne für die Wallfahrtskirche werden liegen gelassen. Der Abt wendet sich der Neuplanung und Baus der Klosterkirche zu. Dafür engagiert er Balthasar Neumann. Seine Pläne für die neue Klosterkirche stellt alle anderen Kirchenplanungen des Barock in den Schatten. Das Projekt wird fallen gelassen, der Abt muss sich wieder Vierzehnheiligen zuwenden. In der Zwischenzeit hat der Bischof seinen Hofbaumeister, Jakob Michael Küchel, mit der Planung der Wallfahrtskirche beauftragt. Doch diese Planung wird vom Bischof abgelehnt, zu teuer. Parallel lässt der Abt von Balthasar Neumann Pläne anfertigen. Diese Pläne werden genehmigt, doch insgeheim will der Abt aus Kostengründen auf die gemauerten Gewölbe verzichten. Des Abtes Baumeister Krohne soll auf Grundlage der Pläne Neumanns mit dem Bau beginnen, aber als Sparversion. Am 23. April 1743 wird der Grundstein gelegt, im Dezember sind die Mauern im Chor und Querschiffbereich drei Meter Hoch. Misstrauisch geworden, schickt der Bischof Balthasar Neumann und Küchel zur Inspektion nach Vierzehnheiligen. Neumann ist geschockt, Krohne weicht stark von der Planung Neumanns ab, sicher auf Anweisung des Abtes. Krohne wird vom Bischof die Alleinschuld zugewiesen, und der Abt lässt den Baumeister fallen. Bamberg nimmt nun das Heft in die Hand, freie Bahn für Neumann. Und dieser zeigt nun, warum er eine der führenden Barockbaumeister ist, er läuft zu Hochform auf. 1744 stellt er seine Pläne für den Neubau vor, mit Einbezug der schon erstellten Mauern. Er plant komplett um, größte Herausforderung ist das Gewölbe. 1753 stirbt Neumann, er erlebt die Fertigstellung nicht mehr. Sein bauleitender Maurermeister Thomas Nissler führt die Arbeiten weiter im Sinne Neumanns aus. 1772 wird die Kirche geweiht.
Was wäre Vierzehnheiligen ohne die fantastische Stuckdekoration und die Fresken (leider, seit einer Feuersbrunst durch Blitzeinschlag 1835, durch Wasserschaden, weil das Notdach zu spät errichtet wird, und durch Übertünchung im ausgehenden 19. Jhd. schwer gelitten haben, zeigen sich die Fresken heute sehr verwaschen).
Für den grandiosen Stuck und den freistehenden Gnadenaltar zeichnet sich Johann Michael Feichtmayr und seine Werkstatt zusammen mit Johann Georg Üblhör verantwortlich, alle Meister ihres Fachs. Feichtmayr plant auch den Hochaltar sowie die Kanzel. Giuseppe Appiani, kurmainzischer Ho
Bad Staffelstein – Wallfahrtskirche und Basilika Vierzehnheiligen
Eine der wohl bedeutendsten barocken Wallfahrtskirchen in Deutschland ist die Basilika Vierzehnheiligen im oberfränkischen Bad Staffelstein.1743 beginnt der Bau der Kirche, der aber erst 1772 abgeschlossen ist.
Verwirrend und auch kompliziert ist auch die Planungsgeschichte, bis es dann endlich mit dem Bauen losgehen kann.
Grundlage der Wallfahrt liegt im Mittelalter, denn 1445 sieht der Klosterschäfer (Kloster Langheim) ein weinendes Kind auf dem Acker, das aber verschwindet, als er sich ihm nähert. Dieses Kind erscheint dem Schäfer drei mal, und am 2. Juli 1446 werden er und eine Frau Zeugin, wie an dieser Stelle zwei brennende Kerzen vom Himmel herabfahren. Kurze Zeit darauf, ereignet sich an genau der selben Stelle eine Wunderheilung. Die Wunderheilung wird nun vom nahen Kloster Langheim (dieses Kloster existiert nicht mehr) anerkannt. Schnell kommt eine Wallfahrt in Schwung, eine erste Kirche wird errichtet. Eine Wallfahrt bedeutet Geldeinnahmen, und um diese Einnahmen entbrennt wie so oft ein Streit. Gestritten haben sich das Kloster Langheim und Staffelstein, welches die zuständige Pfarre gewesen ist. Ein Schiedsgericht entscheidet, dass die Kirche und die Opfergaben in Langheim verbleiben sollen, aber ein drittel der Einnahmen dem Bischof von Bamberg abgeführt werden müssen. Dafür muss der Bischof aber anteilig bei Baumaßnahmen die Kosten übernehmen, sofern er die Pläne kennt und einverstanden ist, sprich, ohne Zustimmung des Bischofs kann nicht gebaut werden.
1693 verlangt der Bamberger Bischof vom Kloster Langheim das zustehende Drittel der Wallfahrtseinnahmen. Der Abt kontert, in dem er den Bischof daran erinnert, dass das Bistum seine anteilmäßigen Baupflichten schon lange nicht mehr nachkommt, und er legt dem Bischof ein Gutachten über die Notwendigkeit eines Neubaus vor. Der Streit verläuft im Sande, dass das Bistum zahlen soll, damit hat nicht gerechnet.
Das Planungsverwirrspiel beginnt. Protagonisten sind der Abt von Langheim Stephan Mösinger und Bischof Friedrich Carl von Schönborn. Diese verhandeln nun erst mal wer zahlt was. Der Bischof erreicht, dass das Kloster Langheim alleine die Kosten trägt, dafür werden aber die Wallfahrtsabgaben reduziert. Die Baupläne aber müssen aber weiterhin vom Bischof abgezeichnet werden.
Der Abt will, da seine Abtei ja nun die Kosten tragen muss, diese so klein halten wie möglich. Er beauftragt den Weimarer Hofbaumeister Gottfried Heinrich Krohne mit der Neuplanung. Krohne selbst Protestant hat für eine ländlich geprägten Wallfahrt kein Verständnis. Das spiegelt sich in seiner Planung wieder. Der Bischof lehnt die Pläne Krohnes ab. Die Pläne für die Wallfahrtskirche werden liegen gelassen. Der Abt wendet sich der Neuplanung und Baus der Klosterkirche zu. Dafür engagiert er Balthasar Neumann. Seine Pläne für die neue Klosterkirche stellt alle anderen Kirchenplanungen des Barock in den Schatten. Das Projekt wird fallen gelassen, der Abt muss sich wieder Vierzehnheiligen zuwenden. In der Zwischenzeit hat der Bischof seinen Hofbaumeister, Jakob Michael Küchel, mit der Planung der Wallfahrtskirche beauftragt. Doch diese Planung wird vom Bischof abgelehnt, zu teuer. Parallel lässt der Abt von Balthasar Neumann Pläne anfertigen. Diese Pläne werden genehmigt, doch insgeheim will der Abt aus Kostengründen auf die gemauerten Gewölbe verzichten. Des Abtes Baumeister Krohne soll auf Grundlage der Pläne Neumanns mit dem Bau beginnen, aber als Sparversion. Am 23. April 1743 wird der Grundstein gelegt, im Dezember sind die Mauern im Chor und Querschiffbereich drei Meter Hoch. Misstrauisch geworden, schickt der Bischof Balthasar Neumann und Küchel zur Inspektion nach Vierzehnheiligen. Neumann ist geschockt, Krohne weicht stark von der Planung Neumanns ab, sicher auf Anweisung des Abtes. Krohne wird vom Bischof die Alleinschuld zugewiesen, und der Abt lässt den Baumeister fallen. Bamberg nimmt nun das Heft in die Hand, freie Bahn für Neumann. Und dieser zeigt nun, warum er eine der führenden Barockbaumeister ist, er läuft zu Hochform auf. 1744 stellt er seine Pläne für den Neubau vor, mit Einbezug der schon erstellten Mauern. Er plant komplett um, größte Herausforderung ist das Gewölbe. 1753 stirbt Neumann, er erlebt die Fertigstellung nicht mehr. Sein bauleitender Maurermeister Thomas Nissler führt die Arbeiten weiter im Sinne Neumanns aus. 1772 wird die Kirche geweiht.
Was wäre Vierzehnheiligen ohne die fantastische Stuckdekoration und die Fresken (leider, seit einer Feuersbrunst durch Blitzeinschlag 1835, durch Wasserschaden, weil das Notdach zu spät errichtet wird, und durch Übertünchung im ausgehenden 19. Jhd. schwer gelitten haben, zeigen sich die Fresken heute sehr verwaschen).
Für den grandiosen Stuck und den freistehenden Gnadenaltar zeichnet sich Johann Michael Feichtmayr und seine Werkstatt zusammen mit Johann Georg Üblhör verantwortlich, alle Meister ihres Fachs. Feichtmayr plant auch den Hochaltar sowie die Kanzel. Giuseppe Appiani, kurmainzischer Ho