Der Himmel hing wie ein faulender Vorhang über der Stadt. Wolken, schwer und schwarz wie geronnene Asche, türmten sich über den stählernen Türmen, die sich wie Grabsteine aus dem Dunst erhoben. Niemand wusste mehr, wann das Meer verschwunden war. Es hatte sich eines Nachts einfach zurückgezogen – lautlos, vollständig – und den schlammigen Grund freigelegt, auf dem nun die Menschen standen.
Sie hatten geschrien, als der Boden zu atmen begann.
Zuerst war es nur ein Zittern gewesen, ein Pulsieren unter ihren nackten Füßen. Dann riss die Erde auf. Etwas Altes, etwas Unaussprechliches, wand sich aus der Tiefe empor. Tentakel, dick wie Schiffsmasten, glänzten feucht im fahlen Licht. Augen, glühend wie Kohlen in einem erloschenen Ofen, öffneten sich nacheinander im Nebel.
Die Männer standen wie festgewachsen. Ihre Körper waren angespannt, ausgezehrt, als hätte die Angst ihnen bereits das Fleisch von den Knochen gesogen. Der erste schrie gegen den Himmel, als wolle er die Wolken zerreißen. Der zweite starrte direkt in die Fratze des Wesens, als suche er in der Abscheulichkeit eine Erklärung. Der dritte wich zurück, doch hinter ihm erhob sich bereits ein weiterer Schatten, größer als die Hochhäuser der Stadt.
Die Kreaturen rochen nach Salz und Verfall. Ihre Haut war von Rissen durchzogen, aus denen dunkle Flüssigkeit sickerte. Flügel spannten sich auf – nicht um zu fliegen, sondern um das Licht zu verschlucken. Mit jeder Bewegung erzitterte die Luft, als würde die Wirklichkeit selbst gegen ihre Ankunft protestieren.
Und dann verstummte das Schreien.
Nicht, weil die Männer tot waren. Sondern weil sie verstanden hatten.
Die Wesen waren nicht gekommen, um zu töten. Sie waren gekommen, um zu erinnern.
An eine Zeit vor der Stadt. Vor Beton, Glas und Stahl. An eine Welt, in der Menschen nur ein Flüstern im Wind gewesen waren. Die Türme hinter ihnen begannen zu knacken. Fenster zerbarsten ohne Berührung. Metall bog sich wie weiches Wachs.
Einer der Tentakel legte sich langsam, beinahe zärtlich, um den Hals des ersten Mannes. Nicht fest genug, um ihn zu erwürgen – nur genug, um ihn zum Schweigen zu bringen. Ein leises, vibrierendes Grollen erfüllte die Luft. Es klang wie ein Wort, das niemand aussprechen konnte.
Die Stadt war nie wirklich ihre gewesen.
Und nun holte sich das Alte zurück, was ihm immer gehört hatte.
Wenn das Alte erwacht!
Der Himmel hing wie ein faulender Vorhang über der Stadt. Wolken, schwer und schwarz wie geronnene Asche, türmten sich über den stählernen Türmen, die sich wie Grabsteine aus dem Dunst erhoben. Niemand wusste mehr, wann das Meer verschwunden war. Es hatte sich eines Nachts einfach zurückgezogen – lautlos, vollständig – und den schlammigen Grund freigelegt, auf dem nun die Menschen standen.Sie hatten geschrien, als der Boden zu atmen begann.
Zuerst war es nur ein Zittern gewesen, ein Pulsieren unter ihren nackten Füßen. Dann riss die Erde auf. Etwas Altes, etwas Unaussprechliches, wand sich aus der Tiefe empor. Tentakel, dick wie Schiffsmasten, glänzten feucht im fahlen Licht. Augen, glühend wie Kohlen in einem erloschenen Ofen, öffneten sich nacheinander im Nebel.
Die Männer standen wie festgewachsen. Ihre Körper waren angespannt, ausgezehrt, als hätte die Angst ihnen bereits das Fleisch von den Knochen gesogen. Der erste schrie gegen den Himmel, als wolle er die Wolken zerreißen. Der zweite starrte direkt in die Fratze des Wesens, als suche er in der Abscheulichkeit eine Erklärung. Der dritte wich zurück, doch hinter ihm erhob sich bereits ein weiterer Schatten, größer als die Hochhäuser der Stadt.
Die Kreaturen rochen nach Salz und Verfall. Ihre Haut war von Rissen durchzogen, aus denen dunkle Flüssigkeit sickerte. Flügel spannten sich auf – nicht um zu fliegen, sondern um das Licht zu verschlucken. Mit jeder Bewegung erzitterte die Luft, als würde die Wirklichkeit selbst gegen ihre Ankunft protestieren.
Und dann verstummte das Schreien.
Nicht, weil die Männer tot waren. Sondern weil sie verstanden hatten.
Die Wesen waren nicht gekommen, um zu töten. Sie waren gekommen, um zu erinnern.
An eine Zeit vor der Stadt. Vor Beton, Glas und Stahl. An eine Welt, in der Menschen nur ein Flüstern im Wind gewesen waren. Die Türme hinter ihnen begannen zu knacken. Fenster zerbarsten ohne Berührung. Metall bog sich wie weiches Wachs.
Einer der Tentakel legte sich langsam, beinahe zärtlich, um den Hals des ersten Mannes. Nicht fest genug, um ihn zu erwürgen – nur genug, um ihn zum Schweigen zu bringen. Ein leises, vibrierendes Grollen erfüllte die Luft. Es klang wie ein Wort, das niemand aussprechen konnte.
Die Stadt war nie wirklich ihre gewesen.
Und nun holte sich das Alte zurück, was ihm immer gehört hatte.