Sich festlegen in eine Richtung
Soll man oder soll man nicht - sich festlegen - was man fotografiert
Ich geh mal von mir aus, ich suche immer noch meine Richtung die mich prägt in der Fotografie ?
Seit vielen Jahren frage ich ich mich - welche Richtung bevorzugst du?
Ist es die Landschaft oder die Streetaufnahmen, Macro oder Panorama usw.
Mich würde mal interessieren wie ihr darüber denkt.
Für mich kann ich nur sagen - da bin ich immer noch auf der Suche.
Oder kann so etwas auch wechseln während eine Lebenslaufbahn?
Hallo zusammen,
diese Frage stellte ich mir auch schon, was möchtest du fotografieren, was macht dir am meisten Freude. Daher habe ich angefangen mit der lieben Mutter Natur und auch Tierfotos. Aber mit der Zeit wurde es dann zu eintönig, auch langweilig und ich überlegte es für mich interessanter zu machen! Und ging mit fotografischen Blick auf Tour.
Inzwischen fotografiere, immer noch gerne Natur und Tiere, aber auch alte Autos/Oldies, alte Technik, Makros, gehe gerne in Freilichtmuseum, ich mag alles Nostalgisches. Habe vor einiger Zeit angefangen mit Computings, schön für die langen Winterabende. Ich finde irgendwie alles spannend. Und teste vieles aus.
es gibt keine richtung. höchstens schwerpunkte
Ein spannendes Thema, das aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden kann. Festlegen bedeutet Spezialisierung u wahrscheinlich Qualitätsgewinn; gleichzeitig wohl Verlust an Freude u Herausforderung; Andreas schrieb schon weiter oben, das Leben ändert sich; denke wir sollten die Veränderung als einzig beständigen Prozeß zulassen oder auch suchen um zusätzliche Motivation durch neue Herausforderungen zu gewinnen.
@Andreas
Ich bin noch immer auf der Suche ...
Lebensveränderungen bedingen auch eine innere Veränderung, eine neue Ausrichtung der Prioritäten, einen neuen Blick auf das mich Umgebende, vielleicht auch ein Wachsen der Fähigkeit aufmerksam ( auf die Welt, die Menschen, die Natur ...) zu sein.
Das alles wird sich auch in der Fotografie zeigen ...
Vor vielen Jahren hatte ich ein Faible für alle Arten von Naturthemen - Menschen, Architektur, andere Motive interessierten mich wenig ...
auf Reisen war ich immer auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen ...
Dann kam die Veränderung: ein schwerer Wanderunfall zwang mich zum Umdenken - mit dem Wandern ist es nun vorbei und nun bin ich auf der Suche nach Motiven, die mich herausfordern und letztendlich nach der Bearbeitung zufrieden stellen ... Einen eigenen Stil muss ich mir erst wieder neu erarbeiten ...
Warum sollte ich mich in der Fotografie festlegen? Ich möchte offen bleiben für alles was ich ich interessant finde. Meine Ambition ist es interessante Fotos zu machen. Egal ob Landschaft, Makro, Porträt. Dabei versuche ich stets offen zu bleiben. Schließlich fotografiere ich aus Spaß.
Das sollte man aus verschiedenen Perspektiven betrachten.
Als Profi kann ich nicht gleichzeitig Food-Fotograf und Landschaftsfotograf sein. Der Profi sucht oder findet für sich ein Thema, auf das er sich konzentriert. Nur dann kann er darin gut sein.
Mein Schwerpunkt liegt auf der Kirchen- und Skulpturenfotografie. Darauf habe ich mich geschult und eingestellt. Als Fotografenmeister und Kunstgeschichtler M.A. ist das eben das, was ich "gelernt" habe und das macht mir Spaß. Food könnte ich auch, habe die Einrichtungen dazu, käme da aber an die Spezialisten bei weitem nicht heran. - Soweit zum Profi.
Nun zum Amateur:
Auch da gibt es Spezialisten (Street, Architektur, Landschaft, Tiere etc.). Aber der Amateur kann und darf das fotografieren, was ihm Spaß macht, er hat keine Aufgabe, die ihm gestellt wird. Ergo sollte er sich auch nicht spezialisieren, es gibt massig Motive, die man sehen kann. Hier liegt der Grund auf dem Hobby, das Freude machen soll und kann. Man sieht etwas, was für einen außergewöhnlich ist und fotografiert es. Macht der Profi natürlich auch, soweit er Zeit hat und die Kamera griffbereit ist. Aber er muß Geld verdienen und wenn er ein Spezialist ist und noch dazu gut, dann wird er gebucht, weil er für dies oder jenes bekannt ist.
Durch meine Bücher habe ich mir in meinen Kreisen einen Namen gemacht. Gut, die alte Kunst ist ein Nieschenprodukt, da tummeln sich nicht so viele Fotografen. Ist für viele langweilig. Aber mir macht es auch noch nach 50 Jahren Freude und ich mache weiter, a) weil einmal Fotograf, dann immer Fotograf und b) weil ich die Fotografie liebe und einfach nicht aufhören kann.
Und heute bin ich, da offiziell Rentner, nichtmehr gebunden und meine Aufnahmen haben sich motivmäßig erweitert.
Ich hatte eigentlich nie Probleme, mich mit Kollegen auszutauschen, auch mal unverbindlich ne gemeinsame Session zu starten. Und Models gab's im Bekannten- und Freundeskreis auch immer. Das war allerdings zu Analog-Zeiten, als ich so um die 30 war, und in einer bunten Künstlergruppe aktiv: Fotografen, Maler, Grafiker, Musiker, Dichter, Schriftsteller, Bildhauer, Perfornance...war eigentlich alles dabei. Aber grundsätzlich sollte sowas auch heute noch möglich sein - Einzelgänger ist beim eigentlichen kreativen Prozeß nicht schlecht, davor und danach aber eher hinderlich. Aber auch ein schräger Vogel wie ich kann immer Gleichgesinnte finden.
Danke für die motivierenden Worte, ich probiere es aus, und werde dich / euch auf dem Laufenden halten.
Ich hab zu dem Ganzen eine etwas andere Perspektive. Ich komme nicht direkt von der Fotigrafie, sondern von der bildenden Kunst im allgemeinen. Bevor ich Knipsgeräte durch eine nennenswerte Kamera ersetzt habe, war ich schon als Kunstmaler und im Bereich Druckgrafik (Radierung) unterwegs. Fotografie ist für mich "nur" eine weitere Technik. Ich hatte mich Anfangs intensiv auf das Thema Akt / Portrait / Bodypainting (auch als Maler) gestürzt, da in den 80ern und frühen 90ern auch ein paar Erfolge bei Ausstellungen gefeiert. Kommerziell war es nur insoweit, daß es sich selber tragen mußte, zumindest Betriebskosten wie Analogfilme und Modellhonorare. Während meines Studiums wurde ich mit Architektur konfrontiert, in der Zeit als angestellter Ingenieur habe ich dann auf dieser Basis das Morbide gesucht, auch auf Reisen. Für die Arbeit mit Models war dann keine Zeit mehr. Über mein politisches Engagement kam ich dann zur Naturfotografie, und da dann (inzwischen läßt das Budget es zu) auch in den Bereich Makro und Mikro. Aber festlegen auf eine Richtung werde ich mich wohl nie, allenfalls für betimmte Zeiträume Schwerpunkte setzen. Wenn ich dann, im "Unruhestand" hoffentlich etwas mehr Zeit habe, werde ich wohl auch wieder mehr malen.
Ich bin "einfach stillos" und froh darüber. Natürlich kann ich mit meinen Fotos keine Ausstellung bestücken oder ein Fotobuch erstellen, aber das will ich auch nicht. Ich bemühe mich, etwas zu sehen, was nicht offensichtlich ist, dies festzuhalten und anschließend zu präsentieren. Dies kann ein alter Lastwagen, danach eine vertrocknete Blume, dann eine Pfütze und eine zerbrochene Scheibe sein etc etc etc.
Egal mit welchem Objektiv ich unterwegs bin und wirklich egal, wie "langweilig" dieser Ort zu sein scheint, ich finde immer etwas. Zur Not wird es ein Gullideckel in der Nacht, mit dem Smartphone speziell ausgeleuchtet oder etwas anderes.
Gute Frage, aber keine einfache Antwort...
Wenn man beruflich fotografieren will und davon leben, dann mach es m.E. schon Sinn sich zu spezialisieren - nicht unbeding "starr" festlegen -, um im seinem Spezialgebiet zu den Besten zu gehören - schon aus Konkurenzgründen. Dann sollte man allerdings nicht nur darauf achten WAS man fotografiert, sondern auch WIE, seinen eigenen Stil pflegen.
In der "freien" Fotografie macht es sicher mehr Spass zu experimentieren, neues ausprobieren ganz ausserhalb der aktuellen Komfortzone bringt einem auch weiter.