Was ist SW Photographie in der digitalen Zeit?
Frage auf einen von Josef geschrieben Kommentar
Hallo
Nun bin ich bei den Kommentaren über folgende Sätze von Josef Prinz gestoßen welches ich nicht in ganzer Länge wiedergebe.
Zitat: „ ... ist nur eine Antwort auf SW und fast neon rot. SW Abfotografiert? sorry, ich bin höflich und halte mich mit Kommentar zu möchte gern zurück. Mit SW haben zuletzt eingestellte Bilder nicht zu tun. „
Ich fühle mich da durchaus angesprochen was vermutlich auch so gewollt war?
Ich kann gut damit leben wenn meine Sicht der Welt und wie ich diese photographisch festhalte von nicht Allen geteilt wird. Eigentlich schade, dass man meinst sich zurück zu halten, insbesondere da meine Aufnahmen ja auch zur kritischen Auseinandersetzung frei gegeben sind. Hier hätte ich mich schon auf eine eventuell anregende Diskussion, beim Photo bzw in einem Forenbeitrag, gefreut.
Was mich aber tatsächlich ein wenig verblüfft ist die in sich absolute Aussage, dass die Aufnahmen mit SW nicht zu tun haben.
Da ja auch hier zu Bildbearbeitung diskutiert wurde und die Frage was darf digitale Photographie, stelle ich hier die Gegenfrage zu der absoluten Aussauge.
Was ist SW Photographie in der heutigen Zeit?
Natürlich freue ich mich insbesondere wenn Josef mich da erhellt, aber auch die Meinung aller anderen interessiert mich ebenso.
Gruß
Andreas
An: Andreas, Korbinian und Markus
wartet noch bis kurz nach Mitternacht!
meine Antwort erfolgt in mehreren Bilder!
vorweg, nur bei einem bild habe ich ein wenig Korn verwendet! ein sepia gibt es auch!
(feines Korn, weiches Korn, kubisches Korn, flaches Korn, raues Korn, silberreich)
zum besseren verglich, Varianten der Bearbeitung neben od. unter einander!
fotografie ist ja mittlerweile eine anerkannte kunstform. aber was ist kunst in der fotografie? die alten fotomeister haben die gunst der stunde genutzt und situationen real festgehalten die man zeichnerisch nicht so schnell festhalten konnte. da es damals nur in sw ging weil farbe nicht zur verfügung stand betrachten wir dies heute als große fotografie und als kunst.die haben natürlich mit einfachen fotomitteln gearbeitet die eine überlegte arbeitsweise erforderte. der siegeszug wurde durch die umstände begründet einfache straßenszenen festzuhalten. statische szenen wie die becherfotos von industrie waren selten. farbe wurde erst in 1950er jahren erschwinglich und hat dazu geführt das die bilder von den fotografen nicht mehr selbst in der duka ausgearbeitet wurden und dadurch einen andere aussage hatten. wir verliehren uns heute wen wir dem sw-ideal hinterherlaufen. ein bild wird durch sw nicht besser sondern anders. meistens nicht besser da das ausgangsmaterial schon nicht i.o. ist und sich für die farbreduzierung nicht eignet. krampfhaft durch umwandlung in sw es zur großen kunst zu erheben ist in meinen augen lächerlich und dient nur dem ego
@Josef Prinz Hallo Josef
Danke für die Aufnahmen. Ich kann aber keine Antwort daraus lesen. Eventuell magst Du es ein wenig erläutern.
Ich meine auch, dass Du keinerlei Silber oder Korn verwendet hast. Du hast digitale Aufnahmen durch Filter bearbeitet die versuchen diese Effekte zu erzeugen.
Und ich bitte um Antwort warum Du ein Problem mit "Abphotographieren" hast und warum die Aufnahmen nichts mit SW Photographie zu tun haben.
@Heinz Licht Hallo Heinz Wie bewertest Du die Sache wenn das Ausgangsmaterial schon SW ist?
@Markus Schmitz Hallo Markus Interessante Sichtweise dieses Thema mit der andren Diskussion zu verbinden. Ich denke das lässt sich aber sehr gut trennen, wenn auch beide Themen gewisse Schnittmengen haben.
@Korbinian Ring Hallo Korbian Sehr interessant, das Du SW mit Kunst bzw einer Kunstform verbindest. Mit dieser Ansicht bist Du offensichtlich auch nicht allein. Kann für Dich SW auch einfach nur die Wahl des Sensors sein? Die bewusste Reduzierung der Farben zu Grauwerten? Warum ist für Dich SW eine Kunstform, Farbe allerdings nicht? Trifft Deine Aussage auch für die digitale Ausarbeitung in SW zu oder ist es begrenzt auf das Silberbild?
Gruß Andreas
@Andreas Friedrichs
Du hast völlig Recht. Farbfotografie ist zu so einer Selbstverständlichkeit geworden, dass wir sie vergessen. Indem ich SW als Kunstform bezeichne, als Stilmittel, ist Farbe, sowohl Farbe überhaupt als auch spezielle Farbgebungen, natürlich auch ein gleichartiges Stilmittel.
Und als Methode dafür nutze ich selbst meist die digitale Umarbeitung, also ja, auch dafür gilt meine Aussage. Das ist für mich nur ein Unterschied in der Methode, aber nicht im Sinn und Zweck.
Ich nutze SW mittlerweile gerne und nicht selten, wenn es denn passt. Meine Fotos mache ich in neutralen Farbe, ohne an der Kamera schon einen Stil einzustellen. Und zu Hause stelle ich dann manchmal fest, dass die Farben nicht zu dem passen, was ich hier will, und manchmal stören sie sogar. Dann steht alles offen: Unterstützen entsättigte Farben die gewollte Bildstimmung oder das Motiv? Oder habe ich ein strukturenreiches Bild, das vielleicht von SW besser getragen wird als von unnötigen Farben?
Am Ende ist jede Art von Farbe oder Farblosigkeit/Graustufen auch nur ein Mittel, das ich versuche genauso bewusst einzusetzen wie z.B. auch den Bildschnitt. Alles sollte seine Berechtigung haben, seine Gründe, und nicht auf Ausreden wie "das ist heute Standard" abgeschoben werden.
man kann jedes Bunt oder Farbfoto in SW umwandeln , aber nicht jedes Foto bekommt dadurch was ein gutes SW Foto ausmacht. Gute SW Fotos sind dicht an der Wirklichkeit, legen Strukturen blos und erlauben ein Blick hinter den Vorhang. Wenn ich es mir überlege ist mir die Farbe in der Fotografie zu geschwätzig, sie lenkt ab, vom eigentlichen Gegenstand. Trotzdem werde ich weiterin auch mit der Farbe und in SW meine Fotografie die Gegenwart zur Vergangenheit umwandeln, den Zufall in Schicksal.
@Andreas Friedrichs
wenn das ausgansmaterial von einem eingescannten negativ kommt sieht es ganz passabel aus. ich habe mal zwei 6x9 negative mit einem flachbettscanner gescannt und mit meinen abzügen an der wand verglichen. es ging ganz gut. abzüge von meiner sw zeit habe ich nur ein paar an der wand hinter glas. ich habe aber keine lust die zu entrahmen um sie abzufotografieren. die drucke die ich von den scans gemacht habe mit einem epson 3800 din a2 konnten mit den abzügen 60x90 nicht mithalten. deshalb habe ich das grundsätzlich verworfen.
einen scan habe ich noch, aber verkleinert den ich mal hochlade.
grundsätzlich halte ich davon nichts.
@Heinz Licht
Hallo Heinz Verstehe ich Dich richtig, für Dich hat analoge Photographie in der Digitalen Welt nichts zu suchen? Warum ich abphotographiere und nicht scannen dazu hätte ich mich an anderer Stelle geäußert. Geht es nicht eher um den Bildinhalt als um den Sensor bzw die Art wie es hier gezeigt werden kann. Ja entrahmen täte ich auch keine Aufnahme.
Gruß Andreas
@Andreas Friedrichs
da hast du was "mistverstanden" jeder soll so fotografieren wie er möchte. auch analog wenn er gerne im wasser panschen will.
nur der augenblick das ergebnis zählt. wie es entsteht ist mir egal. es ging ja nur darum ob sw digital mit analog zu vergleichen ist in der ausarbeitung. nur das würde ich sagen funktioniert nicht
weiter gutes licht
@Heinz Licht
Hallo Heinz Ich denke nicht, dass es um die Vergleichbarkeit beider Ausarbeitungen geht. Die Aufnahme die Du eingestellt hast, hat ja wenn ich Josef richtig verstehe, nichts mit SW Photographie zu tun. Warum auch immer. Es fehlt ja auch ein wesentlicher Schritt bei der digitalen Weiterverarbeitung eines Negativ Scans. Die Ausarbeitung auf dem Papier und die eventuelle nachfolgende Tonung werden ja lediglich digital erarbeitet. Dennoch spreche ich da nicht davon, dass das nichts mit SW Photographie zu tun hat.
Meine Frage zielte nicht auf die Vergleichbarkeit ab, sondern auf die Aussage von Josef, daß einige SW Aufnahme nichts mit SW Photographie zu tun hätten.
Gruß Andreas
@Josef Prinz
Für mich ist dieser Begriff anzuzeigen, dass es sich nicht um die Aufnahme mit der Kamera in den Exif handelt. Diese dient lediglich als "Scanner" um das ausbelichtete Negativ zu digitalisieren.
Ich hatte ja geschrieben warum ich diesen Weg gehen.
Alle meine SW Aufnahmen sind auf SW Film entstanden und von mir Entwickelt sowie vergrößert.
Daher Betrachte ich diese Art der Photographie auch als SW Photographie.
Es gibt sogar digital SW Sensoren. Phase One und Leica bieten da was an. Da stellt sich natürlich die Frage wie auch bei der farbigen digitalen Kamera, ist das SW Photographie.
Aber da können wir sogar noch Schritte weiter zurück gehen und sind bei der Frage ist digitale Photographie überhaupt Photographie?
@Josef Prinz
Für mich ist dieser Begriff anzuzeigen, dass es sich nicht um die Aufnahme mit der Kamera in den Exif handelt. Diese dient lediglich als "Scanner" um das ausbelichtete Negativ zu digitalisieren.
Ich hatte ja geschrieben warum ich diesen Weg gehen.
Alle meine SW Aufnahmen sind auf SW Film entstanden und von mir Entwickelt sowie vergrößert.
Daher Betrachte ich diese Art der Photographie auch als SW Photographie.
Es gibt sogar digital SW Sensoren. Phase One und Leica bieten da was an. Da stellt sich natürlich die Frage wie auch bei der farbigen digitalen Kamera, ist das SW Photographie.
Aber da können wir sogar noch Schritte weiter zurück gehen und sind bei der Frage ist digitale Photographie überhaupt Photographie?
Gruß Andreas
knipste schon als Junge , fing 1967 mit der Fotografie an als mein Sohn zur Welt kam, gleich auch mit dem Entwickeln , entwickelte danach alle Filme selber und vergrösserte sie selber , ein halbe Leben in der Dunkelkammer verbracht, wieviel verbrauchte Entwickler ins Klo entleert, weil der Aufwand der Entsorgung nervig war. War Werklehrer für Fotografie, machte viele Ausstellungen, eine Ausbildung, Fotograf in einem Labor . Fotografie und Malerei bestimmte mein Leben. Dann kaufte ich 2003 die erste Digitalkamera, eine Fuji mit 3MB, ein Freund schenkte mir 2004 einen Labtop und ich entdeckte die digitale Fotografie. Es war eine Art Befreiung. Fotografierte weiterhin bewusst, immer noch mit dem Gedanken, einmal draufdrücken kostet Geld, also überlege ich vorher. Es ist sowas von egal , analog oder digital, Auf das Bild kommt es an, auf den Inhalt,auf die Aussage. Früher lud man die Kamera mit einen SW Film und da sieht man eine so tolles farbiges Motiv, oder man hatte einen Kodakchrome drin und sah ein SW Motiv. Heute wandel ich es um , man sollte nur wissen wie . Es ist eine Bereicherung, weine der analogen Fotografie nicht hinterher. Nur manchmal erinnere ich mich wehmütig daran wie es mal war.
Richtig, fotografieren und die Bilder zeigen dient dem Ego, aber alles andere auch, ob du deine Arbeit gut machst, einen Porsche fährst, Bilder malst und sie zeigst, Fallschirmspringen und und. Aber in der Fotografie findet man mehr , Jemand der bewusst fotografiert entwickelt eine Ehrfurcht zu den Menschen und Dingen. Egal analog oder digital, SW oder Bunt. Ein bekannter Fotograf sagte mal - fotografieren heisst den Atem anhalten, wenn sich im Angesicht der flüchtigen Wirklichkeit alle unsere Fähigkeiten vereinen. Dann bereitet das Einfangen des Bildes physische und geistige Freude. So sehe ich es auch
@Günter Rudi Herzel
Dem kann ich mich anschließen. Das setzt natürlich voraus, dass man sich auch mit den Aufnahmen beschäftigt. Ich tauche immer wieder gerne in die Sichtweise eines Andreas Feininger oder Christian Lindbergs ab. Bildbände sind wie ein gutes Buch. Man muss aber auch bereit sein einzutauchen.
Das mit dem Problem, dass ich immer den falschen Film drin hab kenne ich nur in der Form das die Filmempfindlichkeit nicht passt. Bei MF kein Problem bei KB hat mich das schon oft eine interessante Aufnahme gekostet.
das ist ja nun das wunderbare an der digitalen Fotografie , keinen falschen Film mehr in der Kamera. Ich habe noch 2 alte XE1 von Fuji, mehr brauche ich nicht, da stelle ich normalerweise 640 iso ein , Blende 5,6. Falls ich sofort loslegen muss. Der Sensor ist so gut, schau bei mir die balinesische Tänzerin an, 3200 Iso aus ca 12 Meter Entfernung.Ich habe früher auch viele Bildbände angeschaut, von Anselm bis Sander, die Gefahr ist dass man zu sehr sich davon leiten lässt, man will es ihnen nachmachen und wenn dan die nächste eigene Aufnahme nicht so aussieht wie von Lindberg ist man frustriert
@Markus Schmitz
Das kann ich so unterschreiben!
@Josef Prinz Hallo Josef
Ich täte mich immer noch freuen über eine Antwort zu meiner Frage.
"... warum die Aufnahmen nichts mit SW Photographie zu tun haben?"
Dankeschön Andreas
Ich glaube, ob SW Kunst ist oder nicht spielt keine übergeordnete Rolle. Wichtig ist was dem Fotografen gefällt und was er zeigen möchte.
Da ich zu über 90 % nur Menschen fotografiere, ist SW meine bevorzugte Variante, aber sicher nicht ausschließlich.Ich treibe mich ja erst ein paar Tage hier rum und deshalb sind noch nicht so viele Bilder zu sehen, aber es sind schon SW - Aufnahmen dabei, die zeigen was ich meine.
In der Kamera fotografiere ich sehr oft im SW - Modus um die Ergebnisse von Licht und Schatten besser beurteilen zu können. Durch das RAW stehen natürlich auch die Farben zur Verfügung. Wenn jemand davon ausgeht, dass man in einem Bild nur die Farben entsättigt und hat ein SW, oder nur einen Button in irgendeinem Programm drückt, wird schnell merken, das es keine Bilder mit den gewünschten Kontrasten erhält. Es lohnt sich auf jeden Fall es mal zu probieren, es kann die Sichtweise verändern.
@Markus Schmitz Sehe ich genau so.
Sich bei guten Fotografen Inspiration oder Ideen zu holen ist absolut OK. Kopieren bringt zumeist eh nichts, da man das Original nicht erreicht.
Ich erlebe das immer wieder bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Erfolgreiche Bilder werden kopiert. Es ist mir selbst schon mehrmals so gegangen. Ich hatte Bilder die am Anfang ( so ca 9-12 Monate ) recht viele Auszeichungen gebracht haben, aber nach einer gewissen Zeit konnte man das Bild in Rente schicken, denn das Motiv und die Umsetzung tauchte immer wieder in den Wettbewerben rund um den Globus auf.
@Markus Schmitz
das trifft für mich den Punkt. Ich schaue mir sehr oft und intensiv die Lichtsetzung bekannter und erfolgreicher Fotografen an. Gerade SW - Aufnahmen sind da immer eine Quelle der Inspiration. Natürlich schaut man sich die Meister der Klasse an, auch wenn man diese Qaulität sicher nicht erreicht.
Da ich zu 90 % mit einem oder mehreren Blitzen fotografiere kann ich in der Regel "mein" Lichtset finden und umsetzen. Das gilt natürlich im Studio, wo ich sehr gern mit Licht und Schatten spiele.
Auch on location oder outdoor arbeite ich überwiegend mit Blitzen und kann das Licht so gestalten, wie es mir für die Bildaussage passt.