Ukrainehilfe
Weiterführung der Diskussion zum von Manfred Hopp gelöschtem Foto
Wie zu erwarten, hat Manfred Hopp sein Foto gelöscht. Daher hatte ich die Seite rechtzeitig gespeichert:
Manfred Hopp
Wir müssen uns erst um die Brücken in der Ukraine kümmern. Zum Dank sprengen die uns dafür die Gasleitungen in die Luft. Es ist wirklich ein Trauerspiel, was die gutbezahlten, ungelernten Hilfkräfte in Berlin verzapfen. Was uns in Zukunft erwartet, kann man an dem Herrn Philipp Amthor sehen. Es wird auf keinen Fall besser.
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Stimme der Vernunft
Das ist sehr kurz gedacht.
Natürlich brauchen unsere Brücken Geld. Niemand bestreitet das. Aber Politik funktioniert eben nun mal nicht wie ein Haushaltsheft, in dem man einfach sagt: "Entweder Brücken hier oder Hilfe dort" Die eigentliche Frage, die sich ein logisch denkender Mensch dabei stellt ist ein andere: Was kostet welches Handeln langfristig?
Wenn wir der Ukraine helfen, dann geht es nicht darum, irgendwo aus Nettigkeit unser Geld zu verteilen. Es geht darum, Russland dort aufzuhalten, wo Russland gerade den Krieg gegen Europa führt. Jeder Kilometer, den Putins Armee dort nicht weiterkommt, ist ein Kilometer weniger Bedrohung für Europa. Das ist keine romantische Solidaritätsgeste, sondern nüchternes Eigeninteresse und reine Logik.
Kurz gedacht heißt: Wir reparieren heute unsere Brücken und sparen an der Ukraine und zahlen später dann mit enormen Kriegskosten gegen Russland.
Lang gedacht heißt: Wir helfen der Ukraine, Russland zu stoppen, damit wir später nicht viel mehr Geld, Material und im schlimmsten Fall sogar eigene Soldaten einsetzen müssen. Denn wenn Russland mit Gewalt Erfolg hat, wird es dadurch nicht friedlicher, sondern es wird mit seinem Plan ermutigt weiter zu machen. Dann zahlen wir nicht nur mit Beton und Stahl, sondern möglicherweise mit Menschenleben, Ausrüstung und einer deutlich unsichereren Zukunft in Europa.
Auch der Satz mit den Gasleitungen ist so nicht sauber argumentiert. Er unterstellt erstens pauschal eine Schuld, als wäre das abschließend bewiesen und politisch eindeutig zurechenbar. Das ist eindeutig nicht der Fall. Und zweitens macht er daraus eine Art Tauschgeschäft: "Wir helfen euch, also dürft ihr uns nie schaden." So funktioniert Sicherheitspolitik aber nicht. Man bewertet nicht nach Kränkung, sondern nach Folgen. Die entscheidende Frage bleibt: Schwächt unsere Hilfe einen Angreifer, der Europa bedroht, oder stärkt unser Energiekauf bei Russland genau diesen Angreifer?
Und da wird es ziemlich eindeutig: Wer fordert, die Unterstützung einzustellen, muss auch ehrlich sagen, was die Alternative wäre. Wäre es dir lieber, wir würden Putins Kriegsmaschine weiter mit unserem Geld stützen, damit sie weiter nach Europa vorrücken, Menschen töten, Städte zerstören und Länder unterwerfen kann?
Das ist der Punkt: Es geht nicht darum, ob uns Brücken wichtig sind. Natürlich sind sie wichtig. Es geht darum, ob wir begreifen, dass kaputte Brücken teuer sind, ein größerer Krieg in Europa aber ungleich teurer wäre. Wer nur auf die Rechnung von heute schaut, übersieht die Rechnung von morgen.
Und genau deshalb ist dieses kurze populistische Denken so grundgefährlich. Es klingt im ersten Moment einfach, bequem und volksnah, ist aber in Wahrheit keine kluge Analyse, sondern eine Denkabkürzung. Populisten nutzen genau das aus: Sie bieten scheinbar einfache Antworten auf komplizierte Fragen, weil sie wissen, dass viele Menschen entweder nicht tiefer denken können oder nicht tiefer denken wollen. Wer so argumentiert, verteidigt nicht unsere Brücken, sondern macht sich zum Werkzeug derjenigen, die von politischer Kurzsichtigkeit leben.
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Manfred Hopp Geistiger Dünnschiss!
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Stimme der Vernunft
"Geistiger Dünnschiss" ist keine Widerlegung, sondern eine geistige Kapitulation mit Geräuschkulisse.
Du hast auf kein einziges Argument geantwortet. Nicht auf die langfristigen Kosten. Nicht auf die sicherheitspolitische Frage. Nicht auf die Alternative, die du indirekt forderst. Nicht darauf, was passiert, wenn Russland mit Gewalt Erfolg hat. Stattdessen kommt ein persönlicher Angriff auf unterstem Niveau. Das ist der klassische Ausweg, wenn man inhaltlich nichts mehr in der Hand hat: Man beschimpft die Aussage, weil man sie nicht entkräften kann.
Genau daran erkennt man den Unterschied zwischen Meinung und Stammtischreflex. Eine Meinung kann man begründen. Ein Reflex braucht nur ein Schlagwort.
Und ja, genau solche Reaktionen sind der fruchtbare Boden, auf dem Rechtspopulismus wächst. Nicht weil jemand kritisch fragt — kritische Fragen sind völlig in Ordnung. Sondern weil komplexe Zusammenhänge auf einen einfachen Wutsatz zusammengestampft werden. "Unsere Brücken!" klingt greifbar. "Ukraine kostet uns Geld!“" klingt bequem. "Gasleitungen!" klingt nach Empörung. Aber daraus entsteht noch kein tragfähiger Gedanke.
Populisten leben davon, einfachen Menschen einfache Erklärungen für schwierige Probleme hinzulegen. Sie liefern ein fertiges Feindbild, ein bisschen gekränkten Stolz und den angenehmen Eindruck, man habe etwas durchschaut, obwohl man in Wirklichkeit nur übernommen hat, was ins eigene frustrierte Weltbild passt. Alles, was dieses Bild stört, wird dann nicht geprüft, sondern weggewischt. Genau das hast du hier gerade eindrucksvoll vorgeführt.
Wenn meine Argumentation falsch ist, dann widerlege sie. Zeig, warum es langfristig billiger und sicherer wäre, Russland gewähren zu lassen. Zeig, warum ein Aggressor, der mit Krieg Erfolg hat, danach plötzlich ungefährlicher für Europa sein soll. Zeig, warum wir heute an der Ukraine sparen sollten, wenn uns das morgen deutlich mehr Geld, Material und im Ernstfall Menschenleben kosten kann.
Aber "geistiger Dünnschiss" zeigt nur eines: Du hast keine Antwort darauf. Du hast lediglich eine Beleidigung als Ersatz für logisches Denken benutzt. Das mag am Stammtisch kurz Beifall bringen. In einer sachlichen Diskussion ist es eine Bankrotterklärung.

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Ulf Simon
@ Stimme der Vernunft: Zunächst sind Deine Argumente mal logisch plausibel. Aber Du machst denselben Fehler, den Du anderen vorwirfst: Du denkst zu kurz. Ukraine, Rußland, und Folgen: Militär funktioniert nicht mehr wie früher, Kriege sind asymmetrisch geworden. Bestes Beispiel ist die Ukraine, die dank Hightech sich so lange gegen das übermächtige Rußland halten kann. Man braucht heute nicht mehr hunderttausende Soldaten als Kanonenfutter. Sondern bestens ausgebildete Spezialisten als Koordinatoren von voll"robotischem" Kriegsgerät, für wirklich fähige Geheimdienste (wie zB Mossad), zur Störung feindlicher Kommunikations- und Steuerungsnetzwerke etc etc. Natürlich kosten die deutlich mehr Sold und sind auch deutlich schwerer ersetzbar nicht, wie der Churchill zugeschriebene zynische Satz "Der Mensch ist die einzige Ware, die von ungelerntem Personal mittelfristig in größerer Menge reproduzierbar ist") Abe die Infrastruktur wird deutlich billiger, weniger Kasernen, da ohnehin dzentral operiert wird, und auch geringere Materialkosten, eine Drohne für ein paar tausend Euronen kann einen millionenschweren Panzer vernichten, teure Kampfflugzeuge und Schiffe werden in großer Zahl obsolet. Thema Putin: Er ist der einzige Psychopath mit zuviel Macht. Verteidigung muß in alle Richtungen funktionieren. D allein ist zu unbedeutend um das zu stemmen, aber nicht unbedeutend genug, um keine Begehrlichkeiten zu erwecken, und auf Militär ganz zu verzichten (wie Costa Rica, für mich ein potenzielles Auswanderungsziel). Das einzig Vernünftige wäre eine deutliche Stärkung von Europa, eine Art "Vereinigte Staaten von Europa" mit gemeinsamer Verteidigungs-, Wirtschafts-, Finanz- und Umweltpolitik. Die jetzigen Nationalregierungen großer Staaten in Regionen etwa der Größe unserer Bundesländer aufteilen, mit entsprechenden regionalen Kompetenzen, auch diese vergleichbar den Bundesländern oder schweizer Kantonen. Ich hier in Südbaden sehe in der Mentalität mehr Gemeinsamkeiten mit dem Elsaß oder den nordwestschweizer Kantonen, als mit Berlin und Preußen. Und last not least: Zum Thema Abhängigkeit von fossiler Energie (incl. Uran) hatte ich mich schon geäußert.