10.04.2021, 07:53   #21

Hobbyfotograf

Besonders den Absatz, wo es um Abmessungen und Gewicht geht, kann ich - auch als Hobbyknipser voll unterschreiben. Ich habe den "Panzer" Nikon D700 und die D610 jeweils mit Batteriegriff. Mit dem Tamron 150-600mm oder dem Nikkor 80-200mm f/2.8 sind das echte Schwergewichte. Als die Z6 und die Z7 rauskamen, hatte ich die mir im Fotogeschäft mal geschnappt und es hat nicht "gepasst". Wie ein Schuh, der zwar toll aussieht aber in dem man sich nicht wohlfühlt. Was mir auch zu denken gibt, sind die Argumente mit Größe und Gewicht. Ja, die spiegellosen Bodys sind kleiner und leichter. Aber wenn man dann ein lichtstarkes Objektiv, egal ob Zoom oder Festbrennweite, nutzen will, dann hängt an einem kleinen Gehäuse ein riesen Klotz, der auch sein Gewicht auf die Waage bringt....

Ich habe deshalb für mich entschieden, dass ich meine Kameras so lange nutze, bis sie auseinanderfallen (oder ich 😉 ). Vielleicht hole ich mir irgendwann als eierlegende Wollmilschsau eine D850 aus dem Secondhand-Bestand des Händlers meines Vertrauens.

10.04.2021, 16:53   #22

Hobbyfotograf

Ich benutze die D850 und das Ding kann wirklich alles, was man sich so wünscht. Aktuell habe ich auch vor, die zu behalten, bis einer von uns beiden auseinander fällt. Aber wenn die Hersteller endgültig zu den Spiegellosen umschwenken, dann ist zu erwarten, dass Ersatzteile und Service für DSLR erheblich teurer werden.
Wenn man irgendwann mehr oder weniger gezwungen wird, auf eine Spiegellose umzusteigen, dann braucht man i.W. eine völlig neue Ausrüstung, weil die Kombination von "alten" Objektiven mit kleinem Bajonett und neuen Spiegellosen mit großem Bajonett (bei Nikon über FTZ Adapter möglich) zwar geht, aber keine optimale Lösung darstellt. Das wäre also auch ein geeigneter Zeitpunkt, um über einen neuen Hersteller nachzudenken. 
Aber min. 5 Jahre gebe ich uns noch in der gewohnten Umgebung. Und dann: Mal sehen.....

EDIT: Wegen des geringeren Auflagemaßes (Z-System liegt bei 16mm im Vergleich zum F-Mount von 46,5 mm) werden die Objektive für Spiegellose deutlich kleiner und leichter ausfallen können - alternativ natürlich auch lichtstärker. Also das Gesamtsystem wird entweder deutlich kleiner und leichter und/oder deutlich leistungsfähiger.
10.04.2021, 17:10   #23

Hobbyfotograf

Das ist eines meiner "Probleme": meine gesamten Objektive funktionieren in den Zetties nur noch im manuellem Modus. Entweder sind meine Objektive nicht updatefähig (Tamron 70-300mm VC USD, 150-600mm der 1. Generation) oderdie Kamera benötigt den "Schraubendreher-Motor im Gehäuse (105' Micro-Nikkor und 80-200mm f/2.8). Alles tolle Objektive, die an der D700 und an der D610 super Ergebnisse liefern. Deshalb steigen ich erst dann um, wenns es tatsächlich überhaupt nicht mehr gehen sollte.... (oder ich nicht mehr weiß, wohin mit meiner Knete 😉 )
10.04.2021, 17:12   #24

Hobbyfotograf

Ja, die Gesamtsituation lässt sich nur mit unflätigen Worten beschreiben - zumal, wenn man die Kameras nicht (mehr) von der Steuer absetzen kann.
01.05.2021, 15:33   #25

Vieles wurde in den vergangenen Jahren schon oft totgesagt. Pentax wird seit mehr 25 Jahren torgesagt Und gerade haben sie wieder einen brandneuen, extrem geilen APS-C-Body rausgebracht. Das uralte 85/1.4 mit Stangenantrieb aus den Analogzeiten hat einen zeitgemäßen Nachfolger erhalten. Ein 70-200 F4 für Vollformat ist auch neu rausgekommen. Das klingt nicht danach, dass (dieser) Hersteller hier ihr Ende kommen sehen. Ich erinnere mich noch, als ich mir vor meiner ersten DSLR im Jahr 2005/2006 eine Panasonic FZ30 kaufte und kurz danach die FZ40 rauskam. Da wurde rumorakelt, dass diese Kamera das Ende der DSLR-Fotografie wäre. "In fünf Jahren gibt es keine DSLR mehr neu zu kaufen." Mit der 645D hat Pentax im Mittelformat eingeschlagen wie eine Bombe. Eine recht kompakte Mittelformatkamera für unter 10.000€ Neupreis (bei Markteinführung) hat sich das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Nikon und Canon haben da nichts in dem Bereich. Ich wage, zu behaupten, dass es ohne die Pentax 645D, die aufgrund ihres Verkaufserfolges gezeigt hat, dass es dafür einen Markt gibt, erst heute erhältlichen Mittelformatkameras für ebenfalls deutlich unter 10.000€ Neupreis von Fuji ermöglicht hat. Ich selbst bin gerade dieser Tage mit einer 645Z in dieses Segment eingestiegen.

Es wird garantiert ein engerer, kleinerer Markt für die DSLR. Aber wir lesen auch hier die weiterhin zu Recht bestehenden Argumente für den Erhalt dieser Kameraklasse. Insbes. was die Haptik und die Weiternutzung von älteren Objektiven betrifft.

Was Holger über die Entwichlungsressourcen der Hersteller sagt, stimmt schon in gewisser Weise. Aber das wird m.E.n. einen anderen, positiven Effekt auf den DSLR-Markt haben: Die Produktzyklen werden wieder länger. Canon und Nikon werden nicht mehr jedes Jahr eine neue, Billig-DSLR-Sau durchs Dorf treiben. Und auch im höherwertigeren APS-C-Bereich - was früher die 30D, 40D und deren Nikon-Mitbewerbermodelle waren, werden Modell länger "aktuell" bleiben. Die Hersteller werden vielleicht nur noch alle drei Jahre in jedem Segment einen neuen Wurf machen. Aber dann auch einen, der sich gewaschen hat. Dieses Hasenrennen der technikgeilen early adopters wird sich verlangsamen. Das kann nur von Vorteil sein.

 

Ja. Ich habe mir auch im letzten Jahr eine spiegellose Kamera gekauft. Ich wollte nicht mehr mit einer DSLR - wenn es auch nur APS-C ist - und den entsprechenden Objektiven mit der Familie in den Urlaub fahren. Ich hatte zuvor schon für meinen APS-C-Body eine Sigma 18-300 gekauft, um damit - in Ergänzung mit einem Sigma 8-16 - mit nur zwei Objektiven den gesamten Brennweitenbereich in relativ ordentlicher Qualität abdecken zu können. Aber auch diese Lösung ist für eine Immer-dabei-Kamera einfach zu fett. Deshalb habe ich vor dem letzten Urlaub eine Alpha 6100 gekauft. So richtig leidenschaftlich gerne fotografiere ich damit aber nicht. Sie ist mir zu fummelig in der Hand. Das Bedienkonzept ist mir einfach noch nicht zugänglich. Ich bekomme bestimmte Anzeigeoptionen einfach nicht hin. Weiß nicht, wo und wie ich das einstellen soll. Selbst im Handbuch finde ich das nicht. Ich empfinde es als eine Zumutung, wenn man als durchaus kameraerfahrener Nutzer solche simplen Einstellungen nicht relativ auf Anhieb finden kann. Fürs Filmen finde ich sie noch interessant. Ich habe jetzt mal ein Gimbal gekauft, um zu probieren, ob ich auch ein paar ansehnliche Bewegtbilder hinbekomme. Aber ansonsten bleibe ich garantiert für die nächsten Jahre weiter bei den spiegelschlagenden "Dinosauriern". Vor allem, wo ich mir selbst gerade eine 645Z mit einer stattlichen Objektivauswahl sehr günstig abschließen konnte. Wie bei allem, was man sich neu kauft, macht das Fotografiren gleich wieder ungemein mehr Spaß. Der Spiegelschlag dieses Bodies klingt fast so, wie wenn die Müllabfuhr vor der Tür steht. *hahaha ... ich liebe es. 🙂 Und ich werde es sicher noch viele Jahre lang lieben. 

 

Und noch etwas, was für die Kamera spricht: Meine Models bekommen auch outdoor und ohne Blitz immer mit, wenn ich auslöse. 😎

01.05.2021, 17:39   #26

Hobbyfotograf

@Lutz: Der Hinweis auf Pentax ist interessant. Das ist ja kein Hersteller sondern eine Marke, die der Büromaschinen-Hersteller Ricoh 2011 gekauft hat. Dieser bietet jetzt Kompaktkameras unter dem Namen Ricoh und größere Kameras unter dem Namen Pentax an. Es gibt Zitate aus dem Hause Ricoh, dass man spiegellose Kameras für eine vorübergehende Mode hält und selber keine entwickeln will. Im gleichen Zusammenhang wird dann auf die damit verbundenen Kosten verwiesen. Die wirklichen Gründe verschwinden hinter der Marketingmauer. Jedenfalls scheint es eindeutig, dass Ricoh/Pentax sich nicht allzu sehr bei den Spiegellosen engagieren wird. 
Ricoh baut aber keine eigenen Sensoren sondern kauft die (überwiegend) von Sony und Samsung. Auch bei den eigenen Objektiven gibt es Kooperationen um auf die nötigen Stückzahlen zu kommen, hauptsächlich wohl Tokina, die baugleiche Objektive unter anderer Bezeichnung anbieten. Je geringer die Stückzahlen bei Pentax werden, desto mehr wird die Übernahme von fremden Bauteilen zunehmen (müssen), um die Entwicklung refinanzieren zu können. Die Entwicklung eines neuen Objektivs liegt bei ca. 1 Mio Euro (bei durchaus erheblichen Abweichungen)
Wenn ich es richtig weiß, dann hat Pentax einen Marktanteil von unter 5 Prozent (wenn es jemand besser weiß: Bitte melden!). Man kann also vermuten, dass Pentax nicht die Zukunft der DSLR bestimmen wird, sondern die Zukunft der DSLR wird über die wirtschaftliche Existenz von Pentax entscheiden.
Im Übrigen beschreibst Du ganz wundervoll das Dilemma, indem wir alle stecken: Es gibt eine Kamera, die tolle Bilder macht und flexibel eingestellt werden kann und es gibt die Kamera, die man gerne mitnimmt. Leider sind das zwei verschiedene 😉

Edit: Noch eine Anmerkung zu den Produktionskosten. Spiegellose Kameras sind in der Produktion um einiges billiger; man braucht keinen Spiegelkasten, kein Pentaprisma, keinen gesonderten Belichtungsmesser und keinen gesonderten Entfernungsmesser (der zudem sehr aufwendig und fehleranfällig in der Justage ist). Der elektronische Sucher verwendet im Prinzip die gleiche Technik wie Handy-Displays und ist entsprechend preisgünstig. Während die Umlage der Entwicklungskosten abhängig von der Stückzahl ist, sind die Produktionskosten feste Kosten pro Stück.