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    18 時間(複数) 前

    ハーピー(Harpia harpyja)
    Eine Harpyie (Harpia harpyja) blickt aufmerksam durch ihr Gehege im Nürnberger Tiergarten. Der Tiergarten hält diese seltene Art seit 1980 und schrieb Zoogeschichte: Das legendäre Zuchtpaar Enrico und Esmeralda zog von 1984 bis 2002 sagenhafte 15 Küken groß – das weltweit erfolgreichste Harpyien-Pa…Eine Harpyie (Harpia harpyja) blickt aufmerksam durch ihr Gehege im Nürnberger Tiergarten. Der Tiergarten hält diese seltene Art seit 1980 und schrieb Zoogeschichte: Das legendäre Zuchtpaar Enrico und Esmeralda zog von 1984 bis 2002 sagenhafte 15 Küken groß – das weltweit erfolgreichste Harpyien-Paar überhaupt. Da diese Greifvogelart extrem wählerisch bei der Partnerwahl ist und die fast doppelt so schweren Weibchen unpassende Partner oft lebensgefährlich verletzen, dauert die Paarbildung oft Jahrzehnte. Umso spektakulärer ist der neue Zuchterfolg mit dem Paar Evita und Jorge, die 2023 das Küken Amaya aufzogen.
    Dass Harpyien-Paare selbst in der Natur nur alle 2 bis 3 Jahre ein einziges Küken großziehen, macht diese Nürnberger Erfolge noch beeindruckender. Als mächtigster Greifvogel Neotropiens ist die Harpyie perfekt an die Jagd im dichten Blätterdach tropischer Regenwälder angepasst. Ihre massiven Krallen erreichen die Größe der Tatzen eines Braunbären und ermöglichen das Ergreifen schwerer Beutetiere wie Faultiere oder Affen. Der markante Federkranz am Kopf lässt sich bei Aufregung aufstellen und lenkt als akustischer Reflektor Schallwellen direkt zu den Ohren. In ganz Europa gibt es in Zoos derzeit nur rund 10 Harpyien – mehr als die Hälfte davon lebt im Tiergarten Nürnberg oder dessen Zuchtaußenstelle. Damit leistet Nürnberg im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) einen unersetzlichen Beitrag zur Sicherung der neotropischen Urwald-Riesen.

    Wusstet ihr, dass die Krallen einer Harpyie mit bis zu 12 Zentimetern Länge größer sein können als die eines Grizzlybären?

    Die Harpyie im Tiergarten Nürnberg: Ein Meilenstein für den globalen Artenschutz
    Wenn es um die Haltung von Wildtieren in Zoos geht, stehen kritische Fragen oft im Raum. Am Beispiel der Harpyie (Harpia harpyia) – dem stärksten Greifvogel der Welt – zeigt der Tiergarten Nürnberg jedoch eindrucksvoll, dass moderne Zoos weit mehr sind als reine Zurschaustellungen. Sie agieren als hochspezialisierte Zentren für Wissenschaft und Artenschutz. Nürnberg nimmt in diesem Bereich weltweit eine absolute Pionierrolle ein.
    1. Daten und Fakten zur Nürnberger Harpyien-Zucht
    Um die Bedeutung des Tiergartens zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die nackten Zahlen und die jahrzehntelange Erfolgsgeschichte:
    • Langjährige Expertise: Bereits seit dem Jahr 1980 werden im Tiergarten Nürnberg Harpyien gehalten. Die Haltung begann mit Vögeln, die aus illegaler oder schlechter Privathaltung behördlich beschlagnahmt wurden.
    • Das europäische Zentrum: Harpyien sind in europäischen Zoos extrem selten. Von den nur etwas mehr als zehn Individuen in ganz Europa lebt der Großteil im Tiergarten Nürnberg sowie auf dessen spezialisierter Außenstation Gut Mittelbüg.
    • Einzigartige Zuchterfolge: Über die Jahrzehnte hinweg gelang es den Nürnberger Pflegern und Biologen, insgesamt 15 Jungtiere erfolgreich aufzuziehen. Ein besonders spektakulärer Erfolg glückte im Oktober 2023 mit dem Schlupf des Weibchens „Amaya“, das nach intensiver Betreuung gesund heranwuchs.
    • Internationale Koordination: Aufgrund dieses Wissensvorsprungs wurde dem Tiergarten Nürnberg die offizielle Führung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Harpyien übertragen. Geleitet wird dieses weltweite Netzwerk von Dr. Lorenzo von Fersen, dem Kurator für Artenschutz im Tiergarten.
    • Globaler Gen-Austausch: Nürnberg behält seine Zuchterfolge nicht für sich. Um Inzucht zu vermeiden, kooperiert der Zoo weltweit. So wurde das Nürnberger Männchen „Domingo“ in den Weltvogelpark Walsrode abgegeben, um dort mit einem blutsfremden Weibchen aus Miami zu züchten. Andere in Nürnberg geborene Vögel wurden bereits an Schutzstationen in Ecuador, Peru und Brasilien übergeben, um die dortigen Populationen genetisch zu stützen.
    2. Warum die Haltung im Zoo eine Notwendigkeit ist
    Wer die Zoohaltung pauschal ablehnt, übersieht den konkreten und messbaren Nutzen, den die Tiere in Nürnberg für das Überleben ihrer gesamten Art erbringen. Die Haltung stützt sich auf drei tragende Säulen:
    Säule 1: Der Rettungsanker gegen das Aussterben
    In ihrer Heimat, den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, sind Harpyien durch massive Abholzung und Wilderei stark gefährdet. Das größte Problem der Art ist ihre extrem langsame Fortpflanzungsrate: Ein Harpyien-Paar zieht in der Natur nur etwa alle drei Jahre ein einziges Küken auf. Bricht der Wildbestand durch menschliche Einflüsse ein, kann sich die Population kaum aus eigener Kraft erholen. Die Nürnberger Zuchtreserve sichert das genetische Überleben der Art für den Ernstfall ab.
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