Auf dem Dach der Welt
Der Morgen auf dem Everest kommt nicht leise.
Er reißt an den Seilen, pfeift durch jede Naht der Kleidung und hämmert mit eisigen Fäusten gegen den Atemschutz. Der Bergsteiger steht im Sturm, allein und doch gehalten von einem Berg, der älter ist als jede Geschichte. Jeder Atemzug ist ein erkämpfter Vertrag mit der Höhe. Ein Versprechen: Noch einen Schritt.
Unter ihm verschwindet die Welt. Kontinente schrumpfen zu Ideen, Erinnerungen zu warmen Schatten. Nur der Himmel bleibt – weit, dramatisch, in Schichten aus Grau und Blau geschichtet wie eine aufgerissene Leinwand. Dann, fast unverschämt zart, bricht das Licht hervor. Ein Sonnenaufgang, der nicht tröstet, sondern fordert. Gold legt sich auf die Wolkenränder, als hätte jemand Hoffnung mit einem Pinsel verteilt.
Die Strapazen haben Namen: Kälte, Müdigkeit, Zweifel. Sie sitzen in den Beinen, nagen an der Konzentration, flüstern von Umkehr. Doch der Bergsteiger antwortet nicht. Er weiß: Hier oben verhandelt man
Auf dem Dach der Welt
Auf dem Dach der Welt Der Morgen auf dem Everest kommt nicht leise. Er reißt an den Seilen, pfeift durch jede Naht der Kleidung und hämmert mit eisigen Fäusten gegen den Atemschutz. Der Bergsteiger steht im Sturm, allein und doch gehalten von einem Berg, der älter ist als jede Geschichte. Jeder Atemzug ist ein erkämpfter Vertrag mit der Höhe. Ein Versprechen: Noch einen Schritt. Unter ihm verschwindet die Welt. Kontinente schrumpfen zu Ideen, Erinnerungen zu warmen Schatten. Nur der Himmel bleibt – weit, dramatisch, in Schichten aus Grau und Blau geschichtet wie eine aufgerissene Leinwand. Dann, fast unverschämt zart, bricht das Licht hervor. Ein Sonnenaufgang, der nicht tröstet, sondern fordert. Gold legt sich auf die Wolkenränder, als hätte jemand Hoffnung mit einem Pinsel verteilt. Die Strapazen haben Namen: Kälte, Müdigkeit, Zweifel. Sie sitzen in den Beinen, nagen an der Konzentration, flüstern von Umkehr. Doch der Bergsteiger antwortet nicht. Er weiß: Hier oben verhandelt man